Besuch in der Oper

Carmen, die Zigeunerin, im Glitzerkleidchen?

Vor zwei Wochen, am 06.11.2019, hatte unsere Klasse das Glück mit vergünstigten Karten die berühmte Oper Carmen anzusehen.

Das Stück beschreibt die Geschichte der Hauptpersonen Carmen, José, Micaëla und Escamillo, welche ein eng verwobenes Liebesnetz umgibt. Dass ein tragisches Ende unvermeidbar ist, wird schnell klar: Micaëla, das Bauernmädchen, liebt José, den pflichtbewussten Wachsoldaten, doch dieser fühlt sich von der Zigeunerin Carmen angezogen. Carmen jedoch spielt nur mit dessen Gefühlen, sie würde viel lieber Escamillo an ihrer Seite haben. Der Stierkämpfer, der hauptsächlich sich selbst liebt, wirbt ebenfalls um Carmen, um sich mit der begehrten Frau zu brüsten. Aus Eifersucht und Enttäuschung wird José schließlich willig Gewalt anzuwenden, um seine Carmen mehr oder weniger zu erobern.

Ohne jetzt den Ausgang des Dramas vorweg zu nehmen, möchte ich direkt auf die Inszenierung der Staatstheater Stuttgart eingehen, die etwas anders war als zu erwarten. Auch diesmal wurde der Ruf dieses Theaterhauses, die klassischen Stücke etwas moderner aufzufassen, belegt. Zuerst fielen natürlich die sehr aktuellen Darstellungen der Hauptcharaktere auf: Das Bauernmädchen im Stewardessenkostüm, der Wachmann im enganliegenden Unterhemd, der Torero mit Anzug und die Zigeunerin mit elegantem, silbern schimmerndem Kleid. Viel Interpretationsraum ließ der Regisseur auch mit dem Surplus – einer zusätzlichen Hauptfigur mit grünem Ganzkörperanzug, roter Clownsnase und überspielter Mimik und Gestik. Diese sollte das Innere Josés widerspiegeln, so die offizielle Internetseite des Theaters. Auch über das Bühnenbild lässt sich streiten. Keine aufwändigen Kulissen, die ständig wechseln. Nein, immer dasselbe Bild - bestehend aus Stühlen, Lampen, zerrissenen Rosenblüten und einem Fernseher mit bewegtem Auge – anscheinend die Darstellung der Allgegenwart der Mutter Josés.

Letzten Endes ist es selbstverständlich jedem selbst überlassen, ob man Inszenierungen wie diese gutheißt. Man kann jedoch auch nicht leugnen, dass die Modernisierung einiger klassischer Stücke frischen Wind in die Theaterwelt bringt und zusätzlich das Interesse vieler Menschen weckt.

Zum Schluss noch einen herzlichen Dank an unsere Begleitpersonen und insbesondere an unsere Musiklehrerin Frau Kopp, die das ganze organisiert, auf die Beine gestellt und möglich gemacht hat!

Nele Widmann, 9b

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