Projekt: ESG im JES

Was ist eigentlich ein „populistisches Mash-up“? Sind wir wirklich „Darwins Erben“? Und wofür stehen die Buchstaben J-E-S im Namen unserer Partnereinrichtung? Diese und andere Fragen stellt sich so mancher der Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen des ESG, die im Rahmen unseres Kultur-Curriculums nach Stuttgart ins Theater fahren – ans JES.

Das JES (Junges Ensemble Stuttgart) ist das Kinder- und Jugendtheater Stuttgarts, das seit 2004 mit altersgerechten Inszenierungen und umfangreichen pädagogischen Begleitangeboten auf sich aufmerksam macht und von den Kritikern der deutschen Bühne bereits zweimal zum besten Off-Theater gekürt wurde. Viele Schülerinnen und Schüler kommen hier erstmals in Kontakt mit dem Theaterbetrieb und echten Schauspielern, können Kultur live erleben und im Unterricht über diskutieren.

Der jährliche Besuch der siebten Klassen im JES ist nur ein Baustein von ESG-Kultur. So erleben und gestalten beispielsweise unsere Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 6 Kunst in der Staatsgalerie, während die Klassen 8 ein historisches Museum erkunden. Weitere Informationen zur kulturellen Bildung am ESG finden Sie auf unserer Homepage (Kultur am ESG).

 

Darwins Erbe,  Klasse 7a, 06.02.2018:

Warum hat eine Giraffe eigentlich so einen langen Hals? Kann Darwins Evolutionstheorie auch auf die Menschen übertragen werden? Und ist wirklich Geld das Kriterium, das in unserer Gesellschaft zu einer "natürlichen Auslese" führt? Um diese Fragen dreht sich das Theaterstück "Darwins Erben", dass die Geschicht von den zwei Freunden Julien und Jacques erzählt, die aus unterschiedlichen sozialen Schichten stammen und gemeinsam gegen den gefürchteten Luc bestehen müssen. Obwohl sie das schaffen, bleiben beide letztlich in ihren Rollen gefangen und entwickeln sich auseinander. Chancengleichheit sieht anders aus, finden die Schülerinnen und Schüler der 7a, die einhellig wenig von Sozialdarwinismus halten.

 

 

 

„Du und ich“ im JES

Ein Besuch im JES (Junges Ensemble Stuttgart) kann auch der Abiturvorbereitung dienen: so fuhr der JG2 Neigungskurs Italienisch am Freitagabend, dem 26.01.18, gemeinsam mit Frau Campagna nach Stuttgart, um dort die Inszenierung eines der Sternchenthemen anzusehen: eine Adaption des Romans „Io e te“ von Niccolò Ammaniti.

Allerdings wurde das Stück auf Deutsch (unter dem Titel "Du und ich") aufgeführt. Da wir das Buch bereits im Unterricht gelesen und besprochen hatten, kannten wir die Handlung und konnten uns darauf konzentrieren, wie die Schauspieler es nun als Bühnenstück umsetzten.

In „Io e te“ geht es um Lorenzo, der als Junge nicht wirklich etwas mit anderen Menschen zu tun haben will und auch keine Freunde hat. Eines Tages kommt er auf die Idee, seinen Eltern zu sagen, dass ihn seine Schulkameradin Alessia zu einer Woche in den Skiurlaub eingeladen hat. Zusammen mit ihren Eltern und drei weiteren Klassenkameraden soll es nach Cortina d‘Ampezzo gehen. Natürlich hat sich Lorenzo das alles nur ausgedacht, um seinen Eltern zu zeigen, dass auch er Freunde hat. Statt nach Cortina zu fahren, verbringt er die Zeit heimlich und ohne das Wissen anderer Personen im Keller seines Elternhauses. Alles läuft gut, bis seine drogenabhängige Stiefschwester Olivia, zu der er bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich keinen Kontakt hatte, im Keller auftaucht...

Das Theaterstück wurde von lediglich zwei Schauspielern aufgeführt, die Olivia und Lorenzo darstellten und die Rollen und Charaktere sehr gut ausfüllten. Aufgrund vieler besonderer Einfälle konnten wir uns an der einen oder anderen Stelle das Lachen nicht verkneifen. Zum Beispiel als Lorenzo vor uns als Wespe verkleidet mit großem Stachel, Skistiefeln, goldenem Umhang und nur in knapper Badehose vor uns stand. Auch Unterschiede zwischen der Handlung im Buch und der Theatervorstellung sind uns aufgefallen. Beispielsweise verschwand Lorenzo in der Theatervorstellung, anders als im Original, nicht heimlich zu seiner Oma ins Krankenhaus, um Tabletten für seine stark drogenabhängige Stiefschwester Olivia zu besorgen. Nach ca. 75 Minuten abwechslungsreicher Theatervorstellung, in der von total lustigen bis hin zu verstörenden Szenen alles geboten war, gingen wir mit unterschiedlichen Eindrücken des Theaters nachdenklich wieder nach Hause.

Da wir auch das zweite Sternchenthema („Novecento“ von Alessandro Baricco) kürzlich im Theater sehen konnten, konnten wir beide Erlebnisse im Unterricht nutzen, um unser Wissen über beide zu rekapitulieren und die Texte und Hauptfiguren mit Blick aufs Abitur vertiefend zu vergleichen.

Franziska König

 

 

 

Scream – ein populistisches Mash-up,  Klasse 7b, 17.01.2018:

Durch eine bunte Mischung (eben einem „Mash-up“) aus Szene, Musik und Videoeinspielungen wird in „Secream“ der Begriff „Populismus“ beleuchtet und immer stärker eingekreist, bis deutlich wird, welche Elemente  zusammenkommen, wenn auf populistische Weise öffentliche Aufmerksamkeit geweckt werden soll: Ängste werden geschürt, einfache Lösungen und unhaltbare Versprechen werden herausgeschrien, Andersdenkende als Feinde deklariert. Auffällig sind die aggressive, provokante Sprache im Stück und das eigene Verständnis von Wahrheit, das eher von Vorurteilen als von Fakten bestimmt wird. Aber die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b des ESG durchschauen die Schauspieler und lassen sich nicht einwickeln. Und sie haben gute Argumente dafür, warum nicht.

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