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1.    Warum gibt es den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen?

  • Art. 7,3 des GG legt den RU als ordentliches Lehrfach fest.
  • Zur ganzheitlichen Erziehung und Bildung gehört der ethische und religiöse Bereich. Das Schulgesetz Baden-Württembergs legt fest, dass die „Schüler in Verantwortung vor Gott, im Geiste christlicher Nächstenliebe, zur Mitmenschlichkeit und Friedensliebe, in der Liebe zu Volk und Heimat, zur Achtung der Würde und der Überzeugung anderer ...“ erzogen werden sollen. (SchG §1, Absatz 2, vom 11.10.2005)
  • Der Religionsunterricht möchte an diesen Erziehungszielen mitwirken und das gesamte Schulleben mitgestalten.
  • Im Religionsunterricht trifft der Schüler auf einen gelebten Glauben einer christlichen Konfession, welche durch den Lehrer vertreten wird. Dabei kann der Schüler sich direkt mit seinem Glauben und seiner Kirche auseinandersetzen.

2.    Welche Ziele hat der Religionsunterricht?

Kultur wahrnehmen – in den Dialog eintreten

  • Das Christentum und seine Heilige Schrift hat die abendländische Kultur, Architektur, Musik und die Geschichte maßgeblich geprägt
  • Der Religionsunterricht hilft, die eigene Kultur tiefer zu verstehen und befähigt die Schüler zum interkonfessionellen und interreligiösen Dialog.
  • Durch die Kenntnis der Religionen werden die Schüler auf inhumane Strömungen in den Religionen und Weltanschauungen aufmerksam und zur Kritik an ihnen befähigt

Mensch werden – Mensch sein

  • Die Grundfragen des Menschen von jeher lauten: Woher komme ich? Wer bin ich? Wohin gehe ich?
  • Der Religionsunterricht thematisiert und reflektiert mit den Schülern v. a. die Fragen nach dem Ursprung des Menschen, nach Gott als dem Schöpfer Welt, nach den Werten und Normen unserer Gesellschaft und nach dem Sinn des Lebens. Der Religionsunterricht möchte den Schülern helfen, Antworten auf diese Fragen zu finden und bietet hierbei die Antwort aus dem christlichen Glauben an.
  • Der Religionsunterricht möchte einen Beitrag leisten für die Vermittlung des europäischen Menschenbildes, welches wesentlich durch das Christentum geformt worden ist.
 

Die Gesellschaft mitgestalten

  • Der Religionsunterricht fördert die personalen Kompetenzen der Schüler. Dazu gehört die Fähigkeit mit den eigenen Stärken und Schwächen umgehen zu können. Dazu gehört auch die Reflexion über das eigene Selbstverständnis und die Entwicklung einer Sensibilität für die ethischen Fragestellungen ist hier notwendig zu erwerben.
  • Für eine gelungene Gesellschaft sind auch soziale Kompetenzen von Belang. Die Schüler lernen den anderen Personen Achtung entgegenzubringen und ihre Würde zu achten. Auch wird die Fähigkeit der Kommunikation, der Empathie und der Übernahme von Verantwortung geübt.
  • Gerade in unserer pluralen Gesellschaft ist es wirchtig, den Fremden unvoreingenommen zu begegnen und die Vorurteile zu durchschauen. Vor allem bei dem Thema Weltreligionen wird im Religionsunterricht darauf Wert gelegt. Darüber hinaus werden Weichen gestellt für einen interreligiösen Dialog.
  • Die christliche Prägung der Gesellschaft wird u. a. an den Festtagen deutlich. Der Religionsunterricht weckt das Gespür für die Bedeutung von Festen, wie Weihnachten oder Ostern und macht die Schüler sensibel für die Gefühle der Gläubigen.
  • Im Religionsunterricht werden politische, medizinische, soziale oder biotechnologische Themen erarbeitet. Damit wird den Schülern die Möglichkeit gegeben an der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion teilzunehmen.
  • Die Positionen und Stellungnahmen der Kirchen, die im Unterricht thematisiert werden, bieten den Schülern zusätzlich eine Möglichkeit, die Thematik aus der Sicht des Glaubens zu erfassen. Dabei sind die kirchlichen Stellungnahmen oftmals ein Korrektiv für die gesellschaftliche Ordnung.

3.    Warum gibt es einen konfessionellen Religionsunterricht?

  • Der Staat möchte in Sinn- und Weltanschauungsfragen neutral sein. Daher kooperiert er mit den Religionsgemeinschaften, welche die Inhalte des Religionsunterrichts festsetzen. Das ist bei uns die evangelische Landeskirche Württembergs und die katholische Diözese Rottenburg-Stuttgart.
  • Der konfessionelle Unterricht ist notwendig, weil der Glaube nur in Konfessionen existiert. Die Schüler bringen eine theologische, rituelle, soziologische und biographische Prägung mit. Sie haben somit auch das Recht in ihrer Konfession unterrichtet zu werden. Gleichfalls legen wir im Religionsunterricht darauf Wert, andere Konfessionen näher kennen zu lernen und zu kooperieren.
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