1. Idee

Im Jahr 1995 hat sich die damalige Elternbeiratsvorsitzende mit zwei Lehrern die ersten Gedanken über die Einrichtung eines Mittagstisches gemacht. Man sah die Notwendigkeit, den Schülern, denen die Zeit zwischen Vor- und Nachmittagsunterricht nicht reichte, um nach Hause zu gehen, ein warmes Mittagessen anzubieten.Das Unternehmen war reine Elternsache. Es stand keine Küche zur Verfügung, lediglich ein alter Aufenthaltsraum wurde dafür bereitgestellt.


 

2. Entwicklung


Zwei engagierte Mütter kamen zur Planungsgruppe und schon bald wurden erste Vorstellungen konkretisiert. Ein Vater, Gastronomiefachmann, stand mit Rat und Tat zur Seite. Er empfahl die Filderklinik als „Essens-Lieferant“, vor allem wegen der hochwertigen Qualität, und stellte für die gesetzte Probezeit von drei Monaten alle Gerätschaften, Geschirr sowie alle denkbaren Utensilien aus der Allianzküche ganz selbstverständlich und kostenlos zur Verfügung.

In Herrn Dörsam, dem Küchenchef der Filderklinik, fand sich eine sehr hilfreiche Hand. Er machte Speisenvorschläge und stand für alle Fragen zur Verfügung. Die Entscheidung für die Filderklinik-Küche war richtig.
Die Gegebenheiten (keine Küche, minimaler Aufwand, geringe Kosten) erforderten, mit einem Caterer zusammen zu arbeiten.

Transport:

 

Ein Zivildienstleistender sollte diese Aufgabe übernehmen, dafür bedurfte es der Zustimmung des Gemeinderates.

 
Dauer der Planungsphase waren ca. zwei Jahre!

Erste Schritte:

Am 4. März 1997 konnte endlich das erste Mittagessen ausgeteilt werden: Es gab Ofenschlupfer mit Vanillesoße! An zwei Tagen in der Woche, am Dienstag und Mittwoch (da hatten die meisten Schüler Nachmittagsunterricht) wurde ein warmes Essen angeboten. In den ersten Monaten wurden 15 bis 20 Essen pro Tag verkauft. In dieser Zeit sprachen sich die Mütter gegenseitig Mut zu, um nicht den Glauben daran zu verlieren, dass diese Einrichtung erst bei den Kindern angenommen werden müsste und Zeit und Geduld erforderte.

Arbeitsbedingungen:

Echte Pionierarbeit wurde von den Müttern geleistet. Zwar standen alle Geräte zur Verfügung, es fehlte jedoch eine Spülmaschine. In haushaltsüblichen Spülbecken musste alles Geschirr und die Gläser von Hand gespült werden; auch all die großen Essensbehälter mussten in dem kleinen Becken gereinigt werden.

Probezeit 3 Monate:

Nach dem vierteljährlichen Probelauf fiel in den Sommerferien die Entscheidung, den Betrieb zum neuen Schuljahr fest aufzunehmen. Mit Hilfe des Fördervereins wurden Warmhaltewagen, Spülmaschine, Geschirr, Besteck, Behältnisse und Wärmetransportbehältnisse und vieles mehr angeschafft. Die geliehenen Geräte konnten wieder zurückgegeben werden.

Ende 1999 stellte es sich heraus, dass auch am Donnerstag viele Schüler/innen Nachmittagsunterricht hatten. Ab Januar 2000 wurde das Angebot auf diesen Tag ausgeweitet und bereits ein Jahr später kam dann noch der Montag dazu. Anfragen für den Freitag liegen schon vor.

Mensaumbau:

Ab 2000 zeigte es sich immer deutlicher, dass der Mensabetrieb in den bestehenden Räumen unzumutbar wurde. Die Essenszahlen nahmen deutlich zu, jeden Mittag herrschte großes Gedränge, zum Arbeiten in der Küche und zum Essen wurde mehr Platz benötigt.

Zu Beginn des Schuljahres 2003/2004 gab es endlich die dringend notwendigen Veränderungen. Die neue Küche und der erweiterte neue Aufenthaltsraum konnten eingeweiht werden. Es war ein langer Weg mit vielen Verhandlungen und Gesprächen. Die Mühe hat sich gelohnt, nach dem Umbau konnte hier mit gutem Gewissen gearbeitet werden.

Mit den neuen Räumlichkeiten und dem Angebot der Schule, Kinder ganztags zu betreuen, stiegen unsere Essenszahlen nochmals. Durch das Doppelstundensystem am ESG kamen nun auch alle Essensteilnehmer zur gleichen Zeit nach der 6. Stunde zum Essen. Vor allem am Montag - unserem stärksten Tag - schien die Schlange vor der Ausgabetheke überhaupt nicht kürzer zu werden. Die Sitzplätze im Aufenthaltsraum sowie im Eingangsbereich reichten sehr schnell nicht mehr aus, so dass bald wieder über eine Erweiterung der Mensa nachgedacht wurde.

Dazu mussten viele Hürden genommen werden, u. a. mussten neue Räumlichkeiten für die Städtische Bücherei gefunden werden. Die Mensa-Mütter kamen mit dem Wunsch, aus der Verteilerküche eine Selbstkochküche zu machen. Es wurde diskutiert, geplant und schließlich vom Gemeinderat die Entscheidungen zugunsten der Vollküche getroffen.

Nach dem Auszug der Bücherei konnten im Herbst 2010 die Baumaßnahmen am ESG beginnen und für uns brach wieder eine Zeit der Improvisation an. Mit 2 großen Elektrotöpfen, einem 2-Platten-Campingkocher, der Unterstützung einer ortsansässigen Metzgerei sowie dem Verständnis und der Toleranz von allen wurde der Mensabetrieb über die Bauphase aufrechterhalten. Unsere Helferinnen und Helfer waren bereit, unter einfachsten Bedingungen aber mit viel Engagement und Begeisterung unseren Schülerinnen und Schülern eine Mahlzeit zuzubereiten.

Dann war es geschafft! Am 23. September 2011 konnte die Mensa offiziell eingeweiht und am 26. September das erste Essen in der neuen Mensa ausgegeben werden.

 

3. Mensabetrieb heute

 

Essenszahlen:

In der Anfangszeit: 100 bis 150 Essen pro Monat (an 2 Tagen/Woche)
Aktuell: an Spitzentagen bis zu 260 Essen durchschnittlich 110 bis 180 Essen pro Tag (an 4 Tagen/Woche)
Dazu kommen 20 bis 40 große bunte Salatteller pro Tag
zusätzlich Nachtisch
Obst
Joghurt
belegte Brötchen
Kuchen
Knabbereien wie Müsliriegel, Nüsse, Salzletten, Studentenfutter
Getränke

Ehrenamtliche MitarbeiterInnen:

5 Mütter stellen sich aktuell als Hauptverantwortliche zur Verfügung. Das bedeutet, eine von ihnen ist an jedem Mensatag anwesend, kennt sich besonders gut aus und "leitet" das Team.

Je nach Essenszahlen sind 5 bis 8 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen gleichzeitig im Einsatz. Seit selbst gekocht wird arbeiten wir größtenteils in festen Kochgruppen, die durch flexible Mitarbeiter/innen ergänzt werden.

Organisatorisches wie das Erstellen der Speisepläne und des „Einsatzplanes“, das Einkaufenbzw. Bestllen aller notwendigen Sachen, das Waschen und Bügeln der Handtücher, die Buchhaltung, Abrechnungen usw. kommen noch dazu.

Über 130 Helfer/innen (überwiegend Mütter, manchmal einzelne Väter und aktuell auch drei Großmütter ) beteiligen sich am Mittagstisch.

Aus steuerrechtlichen und versicherungstechnischen Gründen wurde ein Mensaverein gegründet. Die Werbetrommel muss ständig gerührt werden, damit die Liste der Helfer immer wieder aufgefüllt wird. Das Klima im Team ist ausgesprochen harmonisch und lustig.

Mehrere Mütter im Ruhestand (d.h. Mütter, deren Kinder bereits nicht mehr an der Schule sind) unterstützen die Mensa weiterhin.

Unterstützung:

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Ohne die Helferinnen und Helfer könnte diese Einrichtung nicht existieren. Ihr Einsatz, ihr Engagement, ihre Bereitschaft, den Mittagstisch zu unterstützen, den Kindern ein wirklich wichtiges Angebot zu machen, ist unbezahlbar.

Schulleiterin: Unterstützt den Mittagstisch unermüdlich. Ohne ihre Antriebskraft wäre die Mensa nicht, was sie heute ist. Steht fest hinter der Einrichtung und den Mitarbeitern und sorgt für ein gutes Arbeitsklima.

Schülerinnen und Schüler: Nehmen das Angebot gerne an, der Mittagstisch wird immer beliebter. Die Schülerinnen und Schülern entlohnen die Mitarbeiterinnen durch Dankbarkeit und freundliche Konversation. Der Schulgarten liefert im Sommer frisches Gemüse und Kräuter.

Lehrerinnen und Lehrer: Nehmen das Angebot ebenfalls an und unterstützen die Helferinnen.

Förderverein: Finanziert vieles, was für die Küche benötigt wurde und wird – eine immense Summe!

Elternbeirat: Im Elternbeirat gibt es einen starken Rückhalt und ein offenes Ohr für alle Mensabelange. Der Mittagstisch ist und bleibt ein „Kind“ der Eltern.


Treffpunkt Mensa

  • Die neue Mensa ist hell, freundlich und offen.
  • Die Küche entspricht den hygienischen Anforderungen.
  • Der vergrößerte Aufenthaltsraum wird sehr gut angenommen, ist ständig belegt, mit Leben erfüllt und lädt förmlich zur erweiterten Nutzung ein. Während der Essenszeiten ist er manchmal schon wieder zu klein. Bei gutem Wetter werden Tische und Stühle in den Hof getragen und es wird im Freien gespeist.
  • Diese Einrichtung ist zu einem wichtigen Bestandteil des Schullebens geworden, sie ist Treffpunkt, Kommunikationsort, bietet Möglichkeiten zum Gespräch zwischen Schülern, Lehrern und Eltern, sie ist ein Platz, an dem sich alle am Schulleben Beteiligten treffen und wohl fühlen!
  • Es ist ein Platz, den niemand mehr missen möchte!
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