Eindrücke eines Friedhofsbesuchs 

Wir, die Klassen 9a und 9d, besuchten im evang. Religionsunterricht den Friedhof in Bernhausen zur Unterrichtseinheit „Stärker als der Tod“.

Die Atmosphäre auf dem Friedhof war ruhig, friedlich, still und etwas bedrückend. Man hatte Zeit über den Tod nachzudenken. Die Stille hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass der Friedhof ein besonderer Ort ist. Sobald man ihn betritt, hat man den Eindruck, von der Außenwelt abgeschottet zu sein; der Stress und alle anderen Gedanken an das, was man den ganzen Tag noch tun muss, fällt von einem ab. Wäre es auf einem Friedhof laut und hektisch, hätte man nicht mehr diese besondere Atmosphäre und man wäre viel zu abgelenkt, um sich auf den Tod und die Verstorbenen zu konzentrieren und zu trauern.

Die Trauernden, d.h. die Verwandten und Freunde der Verstorbenen, haben die Gräber mit viel Liebe gestaltet – so wie sie glauben, dass der oder die Verstorbene es gewollt hätte. Beim Anblick eines Grabes kann man mit den Angehörigen mitfühlen.

Auf dem Friedhof sind viele unterschiedliche Grabgestaltungen zu entdecken. Oft sind die Gräber dem Verstorbenen angepasst. Ein paar kleine Autos wurden vermutlich einem Autofreak auf das Grab gelegt, während ausländische Grabsteine oft einen Spruch in einer Fremdsprache eingemeißelt haben. Gräber von Christen sind oft mit Kreuzen verziert oder haben einen biblischen Spruch. Urnengräber sind wesentlich kleiner als die Sarggräber, unterscheiden sich aber sonst nicht sonderlich von ihnen.

Da die Verstorbenen in Kindergräbern meist viel jünger waren als ich, hat mich sehr interessiert, wie das Kind gestorben ist – viel mehr als bei älteren Menschen. Ich habe mir oft Gedanken darüber gemacht, wie es den Eltern wohl geht, wenn das Kind noch im Kleinkindalter stirbt.

Auch die Sprüche auf den Grabsteinen sind an den Toten angepasst. Einem Kind wurde z.B. ein Spruch gewidmet, durch den zum Ausdruck gebracht werden sollte, dass es viel zu früh gestorben ist. Hingegen steht auf dem Grabstein eines alten Menschen meistens ein Spruch, der den Lebenden Mut machen soll: Dem Verstorbenen, der vorher vielleicht unter Krankheiten gelitten hat, geht es jetzt gut geht. Er ist nun bei Gott. Jüngere Menschen werden also sozusagen „aus dem Leben gerissen“, während ältere Menschen „zu Gott geholt“ werden bzw. „heimgehen“, wo sie ihren lang ersehnten Frieden finden.

(Eine Schülerin der Klasse 9)

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