top_news

Als am 2. August 2010, fast pünktlich um 13:00 Uhr, das Fortbildungszentrum für Technik und Umwelt des Karlsruher Instituts für Technologie seine Pforten für das molekularbiologische Praktikum öffnete, befanden sich unter den 16 ausgewählten Schülerinnen und Schülern gleich zwei Vertreter vom Eduard-Spranger-Gymnasium Filderstadt. Nach einer kurzen Begrüßungsrunde wurde die junge Gruppe aus Biologieinteressierten auch gleich von Dr. Ira Verena Röder von den Sicherheitsbelehrungen unterrichtet, die den meisten Teilnehmern allerdings sowieso schon aus dem Unterricht bekannt waren. Ohne Zeit zu verlieren ging es dann auch schon zum ersten anstehenden Praktikum, "Plasmidisolation und Restriktionsverdau".
Mit Präsentation und Handout wurden der Schülergruppe dabei zunächst die theoretischen Hintergründe erklärt beziehungsweise wiederholt, bevor dann das erste Mal die Räumlichkeiten des Labors betreten wurden. Ausgestattet mit Laborkitteln, Einweghandschuhen, Schutzbrillen und Eppendorf-Pipetten wurden die DNA-Moleküle in Lösungen gegeben, zentrifugiert und am zweiten Tag schließlich mit Hilfe der Gelelektrophorese analysiert.
Am selben Tag, noch vor der ersehnten Mittagspause in der gegenüberliegenden Kantine, wurde dann schon in das nächste Praktikum "Qualitativer und quantitativer Nachweis von Proteinen" durch Frau Dr. Röder eingeführt. Mit dem Protein-Fingerprint sollte eine unbekannte Fleischprobe mit bekannten Proben verglichen und dadurch ermittelt werden. Die quantitative Proteinbestimmung nach Biuret sollte dann erst am nächsten Tag folgen. Zuvor stand nämlich noch am Nachmittag ein Fachvortag von Dr. Harald König über das Thema "Gentechnik: vom Gen zur Therapie" an, das vor allem die für die Pharmaindustrie notwendigen Forschungen in der Genetik beleuchtete.
Am Mittwoch wurde dann, neben der quantitativen Proteinbestimmung im Labor sowie der anschließenden Auswertung des Versuchs, das nächste anstehende Praktikum zum Thema "Immobilisierung von Kinetik von Proteinen" theoretisch und anschließend teilweise praktisch behandelt. Viel Zeit für Pausen blieb jedoch nicht, denn direkt danach wartete schon Dr. Nicolaus Dahmen auf die Gruppe, um die dortige ständige Ausstellung über die Forschungsprojekte des Instituts mit uns zu besuchen. Anschließend folgte noch eine kleine Rundfahrt mit dem Bus durch das KIT-Gelände sowie die Besichtigung der ehemaligen Kernforschungsanlage.
Am Donnerstagvormittag wurde zum einen das bereits am Vortag begonnene Praktikum zur Immobilisierung von Dextransucrase im Labor abgeschlossen, zum anderen in den letzten Versuch "Genetischer Fingerabdruck und PCR" durch Frau Dr. Röder eingewiesen. Hierbei untersuchten wir unsere eigene DNA, die zuvor aus der Mundschleimhaut gewonnen worden war, auf verschiedene Merkmale, wie beispielsweise das Y-Chromosom. Bevor wir am nächsten und letzten Tag die Ergebnisse mit Hilfe der Gelelektrophorese auswerten konnten, hielt die Diplom-Biologin Petra Fietz am Nachmittag jedoch noch einen interessanten Fachvortrag über molekulare Medizin, ehe wir unseren letzten Abend in Karlsruhe genießen durften.
Zusammenfassend war das molekularbiologische Praktikum im KIT ein tolles und vor allem interessantes Erlebnis, das uns Einblicke in die Laborarbeit bot und für das wir gerne unsere Ferienzeit "opferten". Und noch eine Erfahrung durften wir machen: Karlsruhe ist eine schöne Stadt!

Fabian Heide und Jennifer Metzger
Back to top