Anne Czichowsky im Interview

Am 12. November 2010 tritt Anne Czichowsky mit ihrem Programm „Anne Czichowsky’s Playground“ mit u.a. Lorenzo Petrocca erstmals im Eduard-Spranger-Gymnasium auf. Das Konzert wird veranstaltet vom Verein der Freunde des ESG, dem Förderverein des ESG.

Im Preis von 12 Euro sind ein tolles Jazzkonzert, ein Gratis-Getränk und leckere Häppchen mit inbegriffen.

Weitere Informationen gibt's hier.


Im Vorfeld des Konzerts stand Frau Czichowsky dem WEBTEAM des ESG Rede und Antwort.


WEBTEAM

Frau Czichowsky, Ihr aktuelles Programm heißt „Playground“. Wie sind Sie auf diese Bezeichnung gekommen?

Czichowsky:

Das Projekt trägt den Namen „Playground“, weil in dieser Formation das Spielen über dem Arrangieren steht. Unser Repertoire besteht aus Jazzstandards im weitesten Sinne, bei der Auswahl stand für uns das Motto „alles, was Spaß macht“ im Vordergrund. Wir haben bewusst auf allzu komplizierte Arrangements verzichtet, um uns frei bewegen zu können, Spontaneität und nicht Kopflastigkeit soll eine Rolle spielen, und nicht zuletzt die solistische Erscheinung jedes Bandmitglieds.


WEBTEAM

Sie treten nun das erste Mal im ESG auf. Wie kam es dazu?

Czichowsky:

Mein Gitarrist Lorenzo Petrocca hat diesen Kontakt hergestellt, bzw. Dorothee Freund, die mit ihrem Mann Hans-Peter zu unseren treuesten Fans gehört und fast bei jedem Konzert dabei ist.



WEB
TEAM

Lorenzo Petrocca ist hier vor zwei Jahren schon einmal mit seinem Petrocca-Trio und einer ehemaligen Lehrerin als Jazzsängerin aufgetreten. Wie sind Sie und Herr Petrocca zum gemeinsamen Musizieren gekommen?

Czichowsky:

Lorenzo Petrocca und ich haben uns witzigerweise über das Musikerportal MySpace kennengelernt, obwohl wir beide in Stuttgart leben, ich kannte bis dahin nur seinen Bruder Franco persönlich. Das war im Februar 2008. Wir haben uns dann zu einer Probe verabredet und eigentlich ursprünglich eine Duoformation geplant. Als dann das Programm stand, wurde ziemlich schnell klar, dass wir mindestens Kontrabass und Schlagzeug dazunehmen wollen, später kam dann die Hammondorgel dazu. Seitdem spiele ich sehr viel mit Lorenzo, er ist auch in meiner anderen Formation, dem „Anne Czichowsky Quintett“, zu hören, und ich bin sehr froh und dankbar, mit so einem tollen Musiker arbeiten zu dürfen.


WEBTEAM

Wussten Sie in Ihrer Schulzeit bereits, dass Sie später einmal Jazzgesang als Beruf ausüben würden?

Czichowsky:

Nun, ich wusste in meiner Schulzeit schon, dass ich Musiker werden möchte. Das mit dem Singen kam bei mir so nach und nach, ich habe ursprünglich E-Gitarre gespielt (in Rock – und Bluesbands, eigene Folkrocksongs geschrieben und auch gesungen) und wollte eigentlich Jazzgitarre studieren. Der Grundstein für den Jazzgesang wurde in meinem damaligen Gymnasium, dem Klettgau Gymnasium in Tiengen, gelegt. Dort „verdonnerte“ mich mein damaliger Musiklehrer dazu, in der Schuljazzband zu singen, was für mich anfangs sehr gewöhnungsbedürftig war, kaum zu glauben J. Doch bald schlug mein Herz mehr für den Gesang als für die Gitarre und ich entschied mich nach dem Abitur, die Aufnahmeprüfung für den Diplomstudiengang Jazzgesang zu probieren, in Stuttgart bekam ich dann 2001 einen Studienplatz.



WEB
TEAM

Sie haben dieses Jahr den Musikpreis der Volksbank Hochrhein Stiftung für ihre non-konventionelle, außerordentliche Musik gewonnen. Woher kam die Idee zu dieser Musikrichtung und macht es sie stolz, diesen Preis als erste Jazzsängerin gewonnen zu haben?

Czichowsky:

Bereits in meinem Studium entschied ich mich für eine klare Richtung, nicht jedes Genre abzudecken, sondern „nur“ Jazz zu singen, was ja allein schon so viele Stilrichtungen beinhaltet. Ich sehe mich nicht nur als Sängerin, sondern viel mehr als Musiker, ich bin gleichermaßen von Instrumental- und Vokalmusik beeinflusst. Dass ich für meine Arbeit als Jazzmusikerin einen Preis einer Stiftung bekomme, der bis dahin ausschließlich an klassische Musiker verliehen wurde, machte mich sehr stolz und auch glücklich, denn es ist nicht nur eine Auszeichnung für mich, sondern vor allem für den Jazz, der ja was Kulturförderung angeht oft stiefmütterlich behandelt wird. Von daher finde ich es auch toll, dass im ESG Jazzkonzerte eine Lobby finden, das ist viel wert, nicht zuletzt auch für die Schüler, die dadurch mit dieser Art von Musik in Kontakt kommen.



WEB
TEAM

Wie würden Sie ihre Musik beschreiben?

Czichowsky:

Oh je, das ist eine schwierige Frage J, also das Repertoire von Playground ist eigentlich dem Mainstream  zuzuordnen, individuell und persönlich wird es durch die Musiker, die es spielen. Eine wichtige Komponente ist auch Humor im musikalischen Sinne, Spielwitz und nicht zuletzt Spielfreude. In meinen anderen Projekten widme ich mich auch moderneren Strömungen des Jazz, bei Playground geht es recht traditionell zu, Swing, Bossa Nova, ein paar Balladen und ein paar Stücke aus der Bebop Ära.



WEB
TEAM

Auf was dürfen sich die Besucher des Konzerts freuen?

Czichowsky:

Auf einen kurzweiligen und interessanten Abend!

Auf Jazz, wie er leibt und lebt!

Auf fünf Musiker, die mit viel Energie und Spielfreude ans Werk gehen.

Auf fulminante Solopassagen jedes einzelnen und lustige Moderationen von mir und Lorenzo Petrocca.



WEB
TEAM

Frau Czichowsky, ich darf mich für dieses Interview bedanken und wünsche Ihnen ein schönes, erfolgreiches Konzert im ESG Filderstadt.

Das Interview führte Pascal Thiel.
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