Im Rahmen eines Zeitungsprojekts im Deutschunterricht besuchten wir, die Klasse 9e, am Donnerstag, dem 15.01.15, das Pressehaus in Stuttgart-Möhringen.

Unsere Führung begann pünktlich um 10:00 Uhr. Zuerst erzählten uns die zwei Damen, die uns führten, einige allgemeine Dinge über das Pressehaus, welches seit 1976 in Möhringen besteht. Es arbeiten dort vor allem zwei Konkurrenten: Die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Stuttgarter Nachrichten“. Beide sind eigenständige Zeitungen, kooperieren allerdings in einigen Bereichen: Zum einen in der Vermarktung bzw. im Vertrieb und zum anderen bei der Produktion. So teilen sich beide Zeitungen die Kosten, denn z.B. eine Druckmaschine kostet um die 40 Mio. Euro.

Die zwei Haupteinnahmequellen der „Stuttgarter Zeitung“ sind die Werbung und die Abonnenten. Leider lesen immer weniger Menschen die Zeitung in Papierform, sondern als „E-Paper“ – digital am Computer. Dies ist zwar für die Verbraucher günstiger, aber für Zeitung ein enormer Geldverlust.

Außerdem wurde uns die Struktur der „Stuttgarter Zeitung erklärt“. Ganz oben im Organigramm steht der Chefredakteur, Joachim Dorf, gefolgt vom „Chef vom Dienst“ und dem „Art Direktor“. Danach kommen die verschiedenen Ressorts, die sich im „Newsroom“ auch mit der „Print/Online“-Abteilung austauschen, gefolgt von der Dokumentation. Die Mitarbeiter im „Newsroom“ bekommen den ganzen Tag über Nachrichten von den Presseagenturen und entscheiden dann, ob die Nachricht zu den Themen in der Zeitung passen könnte oder nicht und leiten sie dann den passenden Ressorts weiter.

Der Chefredakteur der jeweiligen Ressorts (wie z.B. Kultur, Sport, Wirtschaft, usw.) bekommt die Nachricht und entscheidet, ob er diese weiterleitet an einen seiner Journalisten oder aussortiert. Der „Art Direktor“ ist dann für die Grafik zuständig: er baut die Zeitung so auf, dass alles auf die jeweiligen Seiten passt. So sieht jeder Redakteur, wieviel Zeilen er für seinen Artikel zur Verfügung hat. Zum Schluss wird der Text noch auf Grammatik, Rechtschreibung und Inhalt geprüft und zum Druck freigegeben.

Für die Führung durch das Pressehaus wurden wir in zwei Gruppen geteilt. Zuerst waren wir im Tageslager der Papierrollen. Diese reichen für etwa 2- 3 Tage aus. Eine Rolle wiegt ca. 1,4 t und ist 20 km lang. In dem zusätzlichen Hochlager werden 1600 Rollen gelagert, die etwa für 1 Woche reichen. Das ganze Papier besteht aus Altpapier und wird immer wieder recycelt. Die Druckmaschine geht über mehrere Etagen uns ist sehr lang und wird in verschiedene Türme unterteilt: In den „weißen Türmen“ wird gedruckt, in den „blauen Türmen“ geschnitten.

Uns wurde erklärt, dass die Zeitungsseiten mit Hilfe von 4 Druckplatten (in den Farben Schwarz, Gelb, Blau und Magenta) angefertigt, zusammengeführt und auf ein Gummituch gedruckt werden. Dieses Tuch wird in die Druckmaschine gespannt und auf Papier gedruckt, Seite für Seite.

Dann kamen wir in die Qualitätsstation. Die gedruckten Zeitungen werden hier über das Transportsystem weitergeleitet und der zuständige Mitarbeiter überprüft den Druck. Wenn ein Fehler gefunden wird, wird der ganze Druck sofort gestoppt. Dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis alles passt. Die Fehldrucke werden durch einen Schacht, der zur Müllentsorgung führt, entsorgt.

Unsere letzte Station war die Verpackungshalle. Auf dem Weg dorthin gingen wir durch einen Raum, wo man gezeigt bekam, wie früher eine Druckplatte entstand. Jeder Buchstabe musste einzeln vom Setzer in die Platte eingearbeitet werden, das dauerte natürlich länger. In der Verpackungshalle werden jeder Zeitung Beilagen zugeführt, z.B. Werbung. Es können bis zu 9 Beilagen automatisch zugeführt werden!

Danach werden die Zeitungen verpackt und mit einem Zettel mit der jeweiligen Adresse versehen. Über Bänder werden die Zeitungspakete zu den bereitstehenden Lieferwägen transportiert. Die Zulieferer, die mehr als 8.000 km fahren, bringen dann (meistens nachts) die Zeitungspakete zu den Auslieferstellen.

Nachdem wir unsere Führung beendet hatten, bedankten und verabschiedeten wir uns. Besonders beeindruckend fanden wir, wie riesig so eine Druckmaschine ist und wie viele Arbeitsschritte notwendig sind, um eine Zeitung herzustellen. Alles in allem ein sehr erlebnisreicher Tag!

Marco Schweizer (der die Fahrt organisiert hat, 9e)

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