Design-Projekt am ESG

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Wer wünscht es sich nicht, einmal selbst Designer zu sein?'

Die Klasse 10d des Eduard-Spranger-Gymnasiums hatte die einmalige Möglichkeit im Rahmen eines „Pilotprojekts“ im Bildende-Kunst-Unterricht eine eigene Tasche zu entwerfen und auch herzustellen. Drei Schülerinnen (Amelie Wehrle, Anna-Lena Briem und Katharina Wanke) haben sich breit erklärt einen Bericht über dieses Vorreiterprojekt zu schreiben.


Laut der ursprünglichen Wortbedeutung von ,Design` wird es mit ,Zeichnen`übersetzt.
Doch bis eine durchschnittliche 10. Klasse wie wir es sind, erst einmal realisiert hat, dass SIE jetzt ein Zeichen übersetzen soll, musste im Unterricht harte Überzeugungsarbeit geleistet werden.
Begonnen hat dieses Projekt mit der Einleitung der Schüler in Designergruppen unter verschiedenen Mottos. Da die Jungdesigner ihren eigenen Wünschen folgen durften, ergab siech eine große „Allday-Allround“-Gruppe, sowie kleiner Gruppen unter den Mottos „Country Light“, „Camel Trophy“ und „Schloss Dolce Vita“.
Bevor wir unsere Skizzen festhielten, klärten wir mit unserer Projektleiterin und derzeitigen BK-Lehrerin, Frau L. Danzi, welchen Bedürfnissen eine Tasche entsprechen muss. Wir legten uns auf 3 Funktionen fest: die technische und praktische Funktion, die sich auf den Zweck und das Nutzen der Tasche bezieht, die ästhetische Funktion, also das Aussehen und die Schönheit und zuletzt noch die symbolische Funktion, das heißt was die Tasche rüberbringen und welchen Status sie vertreten soll.
Hierzu gelten zum Beispiel auch Logos (auf der Tasche). Genau solche Logos behandelten wir in einer weiteren Stunde. Schließlich waren wir gefragt. Unsere Aufgabe war es, aus unserem Namen ein Logo zu entwerfen, welches Frau Danzi dann für uns in Buttons stanzte. Unsere Laufbahn als Jungdesigner ging weiter. Die (von uns) skizzierten Entwürfe ergaben zusammen mit Materialproben bunt-gestaltete Mottowände. Anschließend sollten wir nun die Ideen in Prototypen umsetzen. Als Material bot uns Frau Danzi Lederreste sowie Elektrokabel und andere Abfallprodukte an.
Mit diesen ungewöhnlichen Dingen bekamen auch wir ganz neue Inspirationen. In der nächsten Stunde bot sich dann eine bunte Vielfalt an Taschenmodellen. Diese mussten aber vorerst hinten anstehen, denn nun galt es, uns auf den kommenden Besuch der Designerin Monika Assem vorzubereiten. In den einzelnen Designergruppen überlegten wir uns Fragen an sie.


Das berufliche Leben einer Designerin – MONIKA ASSEM

Monika Assem ist eine bekannte Taschendesignerin aus Karlsruhe. Schon als Kind hatte sie Spaß daran, Dinge selbst herzustellen. Bevor sie sich selbständig machte, studierte sie nach einer Ausbildung zur Keramikerin zuerst von 1992 bis 1998 an der Fachhochschule Biberach Architektur. Von 1998 bis 2003 war sie in Architekturbüros in Deutschland sowie im Ausland tätig. Im Mai 2003 entschloss sie sich schließlich, sich selbständig zu machen. Sie gründete ihr eigenes Label „Macharten“. Assem`s Vergangenheit als Architektin ist auch in den Taschen zu sehen: Klare Strukturen, Stabilität, Nützlichkeit, Anmut und Eleganz zeichnen ihre Taschen aus. Die auf den ersten Blick etwas ungewöhnlichen Taschen zeugen von schlichter Schönheit. Sie sind nicht nach den aktuellen Modetrends gerichtet und doch sind die Taschen zeitlos. Das liegt unter Anderem auch an den verschiedenen Materialien. Angefangen hat Frau Assem mit Industriefilz, denn Nützlichkeit und Langlebigkeit sind für ihre Taschen unabdingbar. Aufgrund dieser Eigenschaften kam Monika Assem natürlich nicht an dem klassischen Leder vorbei. Seit neuestem verwendet Frau Assem auch Lachsleder, ein Leder mit sehr feiner Optik, das aber eigentlich ein Abfallprodukt ist, doch in den Taschen findet es eine neue Verwendung.
2003 war sie auf einem Firmengründerseminar. Damals musste sie sich überlegen, wie sie sich in 10 Jahren sieht. Ihr Ziel war damals wie auch heute ein Label zu erschaffen, mit dem man, wenn man den Namen hört, sofort ihre Taschen assoziiert. Sie ist auf dem besten Weg ihr Ziel auch zu erreichen. Zahlreiche Preise hat sie schon gewonnen. Sie hatte sogar schon Modeschauen, denn es sei auch wichtig die Taschen einmal „getragen“ zu sehen – so Frau Assem. Mit einem Zwinkern in den Augen meinte sie: „Das Lustige ist, dass vor allem andere Architekten meine Taschen kaufen“ und weiter „ jede Tasche für sich hat seine eigene Persönlichkeit. Für mich sind sie wie tragbare Häuser.“ Sie selbst trägt auch ihre Taschen, denn mit „Macharten“ kreierte sie ein Label hinter dem sie voll und ganz dahinter steht. In ihrem Beruf erklärt sie, ist vor allem Mut und Geduld wichtig. Zudem darf man keine falschen Erwartungen haben, denn eine Designerin designt relativ wenig, sie sitzt viel mehr am Schreibtisch – organisiert und kommuniziert. Trotzdem hat Frau Assem den Schritt in die Selbständigkeit nie bereut. Solange man seinem Stil treu bleibt und man seinen Traum weiter verfolgt, so wird wohl auch Monika Assem Erfolg mit „Macharten“ haben und sich weiter einen Namen machen.

Durch den Besuch von Frau Assem hatten wir einiges gelernt, z.B. dass man nach der Fertigstellung der Skizzen ein sogenanntes Schnittmuster herstellen muss.
Dies war dann auch unsere nächste Aufgabe. Wir machten uns Gedanken über die Originalmaße unserer Tasche und zeichneten die Einzelteile auf Packpapier. Die Teile wurden ausgeschnitten und danach ging es los mit dem Kleben, Tackern und Nähen. An diesem Schnittmuster konnten wir dann sehen, ob die Maße stimmig sind und uns außerdem Gedanken über die Verbindungen machen.
Also z.B. wie man den Henkel befestigt oder ob die Tasche durch einen Druckknopf, einen Reißverschluss oder durch Sonstiges geschlossen wird.
Als nächstes ging es darum, die endgültigen Materialen für unsere Taschen auszusuchen. Dafür besorgte Frau Danzi uns extra unterschiedliches Leder.
Bei so einem großen und umfangreichen Projekt wollte auch einmal unsere Schulleiterin, Frau Bauer, in den Unterricht reinschnuppern. In dieser Stunde ging es um die Vermarktung von Modelabels. Wir sahen uns Modeschauen und Werbeplakate von den zwei großen Labes „Macharten“ und „Dolce und Gabbana“ an, um dieses anschließend auch zu bewerten. Wir erarbeiteten die Plakate und stellten das Erarbeitete und die Szenen auch der Klasse vor. Viel zu lachen gab es natürlich als z.B. versucht wurde Madonna nachzustellen. Insgesamt eine sehr schöne Stunde, auch Frau Bauer fand es unterhaltsam!
Doch diese Unterrichtseinheit ist bald zu Ende, da wir BK-Unterricht nur im ersten Halbjahr haben.

Bis zu den Weihnachtsferien stellen wir unser persönliches Werkstattbuch fertig. In diesem sind Skizzen, alle Arbeitsblätter sowie Erlebnisse, Gedanken und eine Beschreibung unserer Taschen enthalten. Dieses Buch zählt 50% unserer diesjährigen BK-Note.
Über die Ferien ist es unsere Aufgabe die Tasche zu produzieren, um sie dann direkt nach den Ferien abzugeben.

Letztendlich fanden wir eigentlich alle, dass es ein sehr schönes, noch die da gewesenes Projekt war. Man konnte unheimlich kreativ sein, und viele beneiden uns um so ein spannendes Projekt. Allerdings war es auch mit sehr viel Aufwand für uns verbunden und wir alle opferten sehr viel Energie und Zeit.
Wir hoffen dass sich all unsere Mühe auszahlt!

Amelie Wehrle, Anna-Lena Briem und Katharina Wanke
Design-Projekt
Design-Projekt1
Design-Projekt2
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